Nun ist es also amtlich - Das Sportbad im AquaPark wird geschlossen und abgerissen.

Als Beobachter der Stadtverordnetenversammlung vom Montag, den 26.06.2023, konnte man sich nur wundern, wie die Politiker ihre Versäumnisse der letzten 10 Jahre schlussendlich den Vereinen in die Schuhe schoben.
Herr Mock, der alle Protokolle genau gelesen hatte, kennt noch nicht einmal die Abteilungsleitung der SG ACT/Baunatal. Die Sitzung war ein Trauerspiel, der vorher schon festgelegte Abgesang auf das Sportbad. Es wird alles so gedreht, dass man am Schluss sagen kann, die Vereine wollten es so.

Wie fing es an?

Im ersten Vereinsgespräch erklärte Frau Bürgermeisterin Strube den Vereinsvertretern folgendes:
Der Betrieb des Sportbades kostet die Stadt jährlich ca. 1,25 Mio Euro. Wollt ihr die übernehmen? Wenn nein, wird das Sportbad geschlossen.
Wie sich die 1,25 Mio zusammensetzen konnte nicht erklärt werden. Das war ein Angebot an die Vereine, das diese beim besten Willen nicht stemmen können. Dafür bedurfte es keiner langen Aussprache unter den Beteilgten. Das die Vereine das nicht können, muss auch den Vertretern der Stadt im vorhinein klar gewesen sein.
Ein normales Hallenbad, wie es von Trägervereinen berichtet wird, hat Betriebskosten von 120.000 bis 150.000 Euro im Jahr. Das sind dann allerdings Hallenbäder und keine jahrelang heruntergewirtschafteten Ruinen mit 10 Mio. Euro Sanierungsbedarf.
Damit war die Schließung des Sportbades besiegelt.
Niemand hat jemals gesagt: "Wir brauchen das Sportbad nicht".

Nach dieser ersten Stunde des ersten Gespräches, ging es nur noch darum, wie man einen Trainingsbetrieb der Schwimmer, der Triathleten, der Taucher im Freizeitbad durchführen kann, wie die Schwimmschulen, die ReHa-Gruppen integriert werden können; in einem Becken ohne Trennleinen und ohne Startblöcke mit breiter Einstiegsleiter an der Kopfseite und das Ganze möglichst parallel mit der Öffentlichkeit.
Mit anderen Worten, es wurde nur diskutiert, wie Schwimmausbildung und Schwimmsport in Baunatal überleben können.
Was aus dem Vorschlag der Stadt wird, Wettkämpfe der baunataler Vereine im Auebad in Kassel - bei Kostenerstattung durch die Stadt Baunatal - durchzuführen bleibt abzuwarten.
Vielleicht wäre es zielführender, diese Haushaltsmittel direkt den Vereinen zur Verfügung zu stellen. Die könnten sich dann selbst um Ausweichmöglichkeiten in andere Bäder kümmern oder Einnahmeausfälle ausgleichen.
Allein für die SG ACT/Baunatal beträgt der Einnahmeausfall durch nicht durchgeführte Wettkämpfe 25.000 bis 30.000 Euro im Jahr. Das kann nur zu Lasten des Wettkampfsportes gehen. In letzter Konsequenz müssen qualifizierte Trainer:innen/Übungsleiter:innen eingespart/entlassen werden.


Hier noch einmal die Stellungnahme der schwimmsporttreibenden Vereine, wie sie an die HNA geschickt wurde, ohne redaktionelle Änderungen der HNA.

Montag, 19. Juni 2023

Bündnis pro Sportbad Baunatal
DLRG Baunatal
SG ACT/Baunatal – die Schwimmabteilung von GSV Eintracht Baunatal und KSV Baunatal
Triathleten
Taucher
Vereins-Schwimmschulen in Baunatal
Reha Sport

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Wie aus dem Bericht der HNA vom 16.06.2023 zu lesen war, steht die Schließung des Sportbades kurz bevor, die Entscheidung hierzu ist reine Formsache.
Gleichwohl werden hier grundlegende Tatsachen entweder falsch oder gar nicht dargestellt. Bereits vor zehn Jahren haben wir in gemeinsamen Sitzungen mit der Stadt Baunatal die schon damals vorhandenen Missstände im Sportbad aufgezeigt und Vorschläge zur Behebung derselben gemacht. In der Zeit während Corona haben wir in vielen Gesprächen mit der Stadt eindringlich auf die notwendige Sanierung oder einen Ersatzneubau als Alternative hingewiesen. Hier erfolgte im letzten Jahr die Entscheidung durch die StaVo, einen Zuschuss von ca. 4 Mio. Euro aus Berlin nicht anzunehmen, weil die Stadt die Restkosten nicht finanzieren könne. Nachdem nun im Oktober die Schließung aus energetischen Gründen heraus erfolgte, kommt es nun zum endgültigen Aus für das Sportbad.
Die Ablehnung einer Übernahme des Sportbades durch die Vereine erfolgt aus folgenden Gründen:
• Kein Breitensportverein ist in der Lage 1 Mio. Euro jährlich für den Unterhalt eines Sportbades aufzubringen!
• Das Sportbad ist im jetzigen Zustand nurmehr als Bauruine zu bezeichnen; Kosten für eine Sanierung würden sich auf mehr als 10 Mio. Euro belaufen (dies sind übrigens Schätzungen der Stadt Baunatal)
• Durch die wiederholten Schließungen während Corona haben alle beteiligten Vereine mind. 20% ihrer Mitglieder verloren.

Nun zu den kurz- und mittelfristigen Folgen der Schließung des Sportbades:
• Ein kindgerechtes Training ist im Freizeitbad nur bedingt möglich, denn es fehlt an Trainingszeiten und an der optimalen Nutzbarkeit des Becken als Trainingsbecken.
• Die Ausbildung seitens der Schwimmschulen ist nur unter großen Einschränkungen möglich.
• Die Finanzierung der Vereine durch eigene Wettkämpfe entfällt zur Gänze, weil das Freizeitbad keine Wettkampftauglichkeit besitzt.
• Schließungen in den Ferien oder während einer geplanten Revision im Herbst führen zum totalen Trainingsausfall für alle beteiligten Vereine.

Somit kann nur ein Resümee durch uns Vereine gezogen werden:
• In den drei Jahrzehnten des Sportbades war der Schwimmsport in Baunatal/Nordhessen bis auf Bundes- und Weltniveau angekommen. Es konnten viele sportliche Erfolge gefeiert werden. Kindern und Jugendlichen hat man eine sinnvolle Freizeitaktivität anbieten können. Dieses wird in Zukunft nicht mehr möglich sein!
• Es wurde Ausbildung für die angehenden Lehrer der UNI Kassel durchgeführt, Training für den Katastrophenschutz durch die Einsatztaucher der DLRG fand regelmäßig statt. Es hat eine Integration vieler Bevölkerungsschichten in den Vereinen gegeben.
Dieses wird in der Sportstadt Baunatal in Zukunft nicht mehr der Fall sein!
• Ca. 30.000 Kinder haben in den Jahrzehnten des Bestehens des Sportbades hier schwimmen gelernt; in Zukunft wird es viele Kinder geben, die nicht mehr schwimmen können!
Aus diesen vorgenannten Gründen kann niemals angenommen werden, dass die schwimmsporttreibenden Vereine in Baunatal je ihre Zustimmung zur geplanten Schließung des Sportbades gegeben hätten!!! Wir wurden von der Politik vor vollendete Tatsachen gestellt und haben dann konstruktiv daran mitgearbeitet, mit der uns zur Verfügung stehenden Krücke in Form des Freizeitbades zurecht zu kommen und das Beste aus der uns diktierten Situation zu machen, gleichwohl wir wissen, dass die jetzige Situation das Ende des Schwimmsportes in Baunatal eingeläutet hat!

Mit sportlichem Gruß
Stefan Krämer
(Für das Bündnis pro Sportbad Baunatal)

 

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